In.Box

Entdeckungen im Alltag: ein Archiv
Was ist bei allem, was weltwärts-Freiwillige erlebt, gelernt oder geschenkt bekommen haben, so wichtig gewesen, dass es nicht verschwinden soll? Dieses Eine, das individuell ausgewählt und weitergegeben wurde, sind die Objekte dieser Ausstellung. Sie repräsentieren Gedanken, Erfahrungen und Werte, die wir für die Zukunft sichern wollen.

Elke Abersfelder, Laos
Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Sachsen-Anhalt (lkj)

Dieser Behälter wird in Laos täglich verwendet, um Klebreis aufzubewahren und warm zu halten. Er wird mit zur Arbeit und auf Reisen genommen. „Kin kaao!“ (wörtlich: iss Reis) als Aufforderung sich mit an den Tisch zu setzten, hört man in Laos an jeder Ecke!
Er wurde mir zum Abschied gefüllt geschenkt und nun überlasse ich ihn euch für das In.Box Projekt.






Katrin Buchner, Uganda
DRK KV Münster

Fast täglich habe ich in einem lokalen Restaurant typisch ugandisch zu Mittag gegessen: Köstliche Bohnen, mal mit Reis oder mit Kochbananen. Ein paar Kilo dieser Bohnen habe ich mir mitgebracht, damit ich mir auch hier dieses einfache, aber leckere Essen zubereiten kann.





Lisa Böttcher, Costa Rica
Evangelischer Entwicklungsdienst (eed)

Kurz nach meiner Ankunft demonstrierten meine Kollegen gegen das Bilaterale Investitionsschutzabkommen (TLC), welches ich durch mein Studium „Internationales Recht“ als positiv kennen gelernt hatte. Dieser Button repräsentiert meine Erfahrung: Sichtweise erweitern und kritischer sein.





Geesche Decker, Indien
Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)

Dies ist ein typisch indisches Schmuckset. Ganz stolz hat mir ein Mädchen aus dem Kinderheim ihren aus einer größeren Stadt erlangten Schatz präsentiert. Obwohl sie kaum etwas besitzt, schenkte sie mir das Set zum Abschied; eine rührende Geste, die den Gegenstand für mich zum Symbol der Großzügigkeit und Dankbarkeit macht.





Naira Mulone Estevez, Argentinien
Experiment e.V.

Der Mate ist ein Gefäß, für das gleichnamige Nationalgetränk der Argentinier. Er gehört dort zum Alltag und jeder Matetrinker hat dazu seine eigene Philosophie. Für mich bedeutet er gemütliches Zusammensitzen mit Fremden und Vertrauten, Zeit einfach Zeit sein zu lassen, den Sieg der Entspanntheit über den Leistungsdruck schlicht und ergreifend das Leben bewusst zu genießen, in einem Land, dass ein wenig Heimat für mich geworden ist. Meinen lila Mate habe ich auf einem „Hippiemarkt“ auf der Plaza Dorrego in San Telmo, Buenos Aires erstanden.





Nicola Hedwig, Ecuador
Experiment e.V.

Diese Figur hat mir meine 18-jährige Gastschwester Bachi zu meinem 20. Geburtstag geschenkt, den ich in Ecuador verbracht habe. Die Ecuadorianer lieben kitschige Gegenstände und ihre Wohnungen sind teilweise voll damit.






Kirsten Jacke, Mexiko
Experiment e.V.

Die „Virgen de Guadalupe“ ist das große Idol aller Mexikaner. Der kleine Altar repräsentiert die in Mexiko so häufige Mischung aus Religion und Kitsch.





Dayala Felicitas Lang, Türkei
Experiment e.V.

Hennapäckchen
Da mein Gastvater Bürgermeister ist, waren wir auf allen Hochzeiten, Verlobungsfeiern und Beschneidungsfesten (türk. "düğün") in der Gegend eingeladen. Vor allem während der warmen Monate waren meine Gastfamilie und ich wöchentlich auf circa drei düğün. Bestandteil dieser Feiern ist die traditionelle kına gecesi ("Henna-Nacht"). Dort wird der Braut feierlich ein Hennafleck auf die Hand gemalt oder dem beschnittenen Jungen eine Fingerkuppe mit Henna eingestrichen, während die anderen Frauen der Braut bzw. dem Jungen Geld an die Kleidung stecken. Im Anschluss werden oft auch an alle Gäste kleine Hennapäckchen verteilt.





Janneke Langen-Hegemann, Südafrika
Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)

Dies ist ein Schneebesen. Man benutzt ihn in Südafrika um Pap, einen Maisbrei, zu kochen. Pap zählt dort zu den Hauptnahrungsmitteln und verbindet so die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten – egal ob arm oder reich.





Annette Lehmann, Ecuador
Experiment e.V.

In Tigua, einem kleiner Ort mitten in den Anden ist die Tigua-Art entstanden, die über die Grenzen Ecuadors hinaus bekannt ist. Die Malerei macht sehr viel Arbeit und wird für so wenig Geld auf der Straße verkauft. Die Truhe erinnert mich daran und natürlich an die wunderschönen Anden.





Valerie Ludwig, Ecuador
Experiment e.V.

Dies ist eine „Tagua“. Sie wird auch pflanzliches Elfenbein genannt und ist die Frucht einer Palme. In ganz Ecuador werden daraus Schmuck oder Figürchen gefertigt.





Annika Meuche, Brasilien
Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM)

Ein Schnellkochtopf wird in Brasilien zum Kochen von Bohnen, die in Kombination mit Reis das Nationalgericht sind, gebraucht. Ich habe dieses Modell von einem Obdachlosen geschenkt bekommen, der aus „Müll“ Gegenstände zum Verkaufen herstellt. Mich verbindet mit diesem Gegenstand die Erfahrung, dass ich viel mehr bekomme, als ich geben kann. Dass ich als reiche Deutsche einem brasilianischen Obdachlosen nichts geben kann und er beschenkt mich mit all dem, was er in dem Moment hat. Es entsteht etwas Neues aus einer einfachen Dose, aus einem Stück Müll. Es entsteht etwas Neues zwischen zwei Menschen, zwischen zwei Welten!






Eva Marie Mühe, Südafrika
Experiment e.V.

Dies ist die Haut einer Schlange, um die ich mich neun Monate in Kapstadt gekümmert habe. Mit dieser Schlange und anderen Tieren haben wir Kinder über ihre Umwelt unterrichtet und versucht, ihnen die Angst vor diesen Tieren zu nehmen.





Eike Neininger, Südafrika
Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM)

Die Flagge Südafrikas ist für viele Südafrikaner nicht nur das Symbol der Befreiung von der Apartheid, sondern auch, wie hier, ein Beispiel von Zusammenarbeit - verbunden mit der Möglichkeit, Geld zu verdienen.





Hanna Nieber, Tansania
Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)

Dies ist eine Kassette des Kirchenchors, in dem auch ich gesungen habe. Ein Gottesdienst ohne Chor ist in Tansania nicht denkbar und sie haben längst ihren eigenen Stil entwickelt – ein tolles Beispiel für die Afrikanisierung kolonialen Kulturgutes.





Anne Novotny, Togo
Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd)

Das Päckchen Wasser habe ich aus Togo mitgenommen, um mich daran zu erinnern, wie privilegiert wir in Deutschland sind. In Togo konnte ich nicht einfach den Hahn aufdrehen und trinken. Stattdessen das hier: Wasser, das nach Plastik schmeckt.





Tobias Reichenbach, Argentinien
Experiment e.V.

Ich habe aus meinem Gastland Argentinien Samen der Paraná-Kiefer mitgebracht (Araucaria angustifolia). Ein Samen steht für Potential, für Wachstum, für Pflanzenwachstum im direkten Sinn und somit Verständnis und Respekt für die Natur zu zeigen, was in unseren Zeiten von Klimawandel und steigender Weltbevölkerung unbedingt notwendig ist. Ein Samen steht aber auch im indirekten Sinn für das Pflanzen einer Idee oder eines Gedankens. In meinem Freiwilligenjahr trug ich Samen ins Ausland und brachte Samen von dort mit, und ich hoffe, dass zumindest einige dieser Samen keimen und wachsen werden.





Madlen Reulecke, Togo
Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Sachsen-Anhalt (lkj)

Dieses Stück Stoff stellt für mich die bunte Vielfalt und Lebensfreude in Togo dar. Alle tragen diese Stoffe, die in hunderten Farben und Mustern existieren. Sie werden überall an der Straße verkauft. Für mich ein schönes Andenken an eine tolle Zeit in Togo.





Alessa Rhode, Nigeria
Experiment e.V.

Ein blinder Mann hat mir beigebracht wie man aus buntem Paketband Körbe webt. Für mich ein Symbol für die Kreativität und den Erfindergeist der Nigerianer und für all das wundervoll Neue, Unerwartete und Überraschende während meines Freiwilligendienstes!





Carolin Rieger, Peru
Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners

Ich habe bei der Herstellung von Waldorfpüppchen mitgeholfen und den gesamten Fertigungsprozess kennen gelernt. Es war sehr beeindruckend, wie perfekt und mit welcher Qualität diese Arbeit gemacht wird. Ich habe viel von den Frauen aus dem Projekt „Q´ewar“ in Peru gelernt.





Christin Ruck, Nepal
DRK KV Münster

Traditionelle Kleidung fast jeder nepalesischen Frau /ein multifunktionales Stück Stoff: umgebunden wärmt es im Winter; im Sommer, über den Kopf gelegt, bietet es Schutz vor Sonne und Staub; für die Kinder ist es eine Rückentrage; für Rücken und Organe fest gebunden eine Stütze.





René Rütters, Südafrika
Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)

Die „Kopelo“ habe ich ausgewählt, weil sie ein sehr wichtiger Gegenstand der Setswana Kultur ist. Aus diesem Buch wird bei jedem Kirchenbesuch und bei familiären Veranstaltungen gesungen.





Aaron Scheid, Uganda
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Kein Gerichtshammer, sondern ein einfacher Flaschenöffner - Sinnbild für das Verlangen nach einem zuckerhaltigen Getränk . In Uganda wird nur ungern auf ein Erfrischungsgetränk von der Coca Cola oder Pepsi Company verzichtet. „Ihr in Europa und Amerika esst den Zucker, wir trinken ihn“ sagte einmal ein Lehrerkollege zu mir. Und ich muss ihm Recht geben.





Kerstin Schmidt, Ghana
Evangelischer Entwicklungsdienst (eed)

Diese aus alten Milo- Dosen gefertigten Lampen erhellen die Nachtmärkte Accras. Da es in Ghana schon gegen 19 Uhr dunkel wird, hat jeder Händler, der auch in den Abendstunden noch Ware loswerden möchte oder muss, eine solche Lampe.





Eva Schneider, Nigeria
Experiment e.V.

Die Sandalen habe ich am Anfang meines Aufenthaltes auf einem Markt gekauft. Getragen hab ich sie, bis sie auseinander fielen und nicht mehr zu reparieren waren. Wie viele Gebrauchsgegenstände in Nigeria sind sie von geringer Qualität, deshalb günstig und brauchen nach kurzer Zeit Ausbesserungen, wovon dann wiederum ein anderer Geschäftszweig profitiert.






Laura Schrader, Vietnam
Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Sachsen-Anhalt (lkj)

Eine gute Möglichkeit das Leben in Vietnam auf eine „rasante“ Art kennenzulernen, war das Fahrradfahren in den Straßen Hanois. Begleitet von einem einzigartigen Fahrstil, Angstschweiß und einem verzweifelten Ausdruck im Gesicht, bin ich täglich 20 bis 30 km gefahren.





Laura-Josephine Schramm, Togo
Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd)

Dies sind Schwämme aus Baumstamm, Zeichen für die Naturverbundenheit der Menschen. Sehr nützlich bei togolesischem Staub und daher ewig schmutzigen Füßen! Leider werden sie zunehmend von Plastikschwämmen verdrängt.








Mario Schultz, Indien
Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)

Die Auto-Rickshaw ist eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel in Indiens boomenden Großstädten. Anders als bei deutschen Taxis ist der Fahrpreis allerdings Verhandlungssache.





Florian Sonntag, Uganda
DRK KV Münster

Unentbehrlich und an jeder Ecke zu kaufen: auf dem Markt, im Supermarkt, bei Straßenverkäufern. Man braucht sie zum Anzünden der vielen Chapatti-Grills: leckere Fladenbrote, die mit Ei und Gemüse oder pur gegessen werden oder zum Kerzenanzünden, falls mal wieder der Strom ausfällt.





Daniel Staab, Thailand
Experiment e.V.

Dieses Stofftier ist das Abschiedsgeschenk vom Direktor der Schule, an der ich neun Monate lang Englisch unterrichtet habe. Es steht für mich dafür, wie anders Thailand in vielen Dingen ist und auch dafür, wie liebenswert und gastfreundlich die Menschen dort sind.





Annegret Wawrzetzka, Vietnam
Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd)

Einmal Hanoi und zurück. Im öffentlichen Schaukelbus. Zur Arbeit und darüber hinaus in alle Winkel der Stadt, auch jenseits der touristischen Pfade. Dabei sein, unter Vietnamesen sein. Dinge tun, die sie tun. Ihre Verkehrsmittel benutzen. Ganz selbstverständlich: Alltag.